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St. Pierre

Pelée-Ausbruch 

 

 

Am 8. Mai 1902, dem Himmelfahrtsdonnerstag, um 8:02 Uhr morgens zerstörte eine 670 km/h schnelle und 900°C heiße Glutwolke in Sekunden die Stadt und tötete zwischen 26.000 und 36.000 Menschen. Tragisch waren Anweisungen der Stadtpolitiker, wegen der anstehenden Wahlen die Stadt nicht zu verlassen, was dennoch einige wenige zwei Tage vor Ausbruch taten, auch Fernand Clerc und Louis Percin, die Wahlkandidaten, um 6:30 Uhr kurz vor der vernichtenden Gaswolke. Alle etwa 40 bereits vor Anker liegenden Segler, davon 19 Großsegler, darunter einige amerikanische Schoner, zwei französische Barken (Tamaya, Kapitän Th. Mahéo, Biscaye, Kapitän Trévilly), im Hafen und auf der Reede fielen mit ihren Besatzungen dieser Glutlawine ebenfalls zum Opfer - nur zwei Schiffe wurden bewahrt. Das eine war die neapolitanische Bark Orsolina der Reederei Pollio Fratelli, halb beladen mit Zucker, da ihr Kapitän Marino Leboffe (in manchen Quellen: Ferrata) das Unheil von seinen

Beobachtungen am Vesuv her ahnte und St. Pierre trotz Proteste des Exporteurs und Verbots der Hafenbehörde mit Strafandrohung noch am Abend vorher rechtzeitig verließ. Das zweite Schiff war die heute noch existierende Bark Belem, die vorher, aus Le Havre kommend, auf der Reede erschien, zum Missfallen ihres Kapitäns Julien-Marie Chauvelon ihren Stammplatz durch die Tamaya besetzt und auch keinen anderen Ankerplatz mehr vorfand, dann ca. 30 km weiter im Norden der Insel auf dem Wege nach Le Robert auf der Ostseite in einer Bucht Schutz vor der tödlichen Glutlawine fand. Später segelte sie nach Reinigung des Schiffes von den vulkanischen Ascheniederschlägen weiter nach Le Robert auf der Atlantikseite der Insel zum Umschlagen der Ladung. Auch das kanadische Passagierschiff Roraima wurde zerstört und sank; 57 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben. Dem Dampfer Roddam, allerdings schwer angeschlagen und unter Verlust mehr als der Hälfte seiner Menschen an Bord, gelang es als einzigem auf Reede liegendem Schiff, den Hafen zu verlassen. Nur drei (nach einigen Quellen zwei) Einwohner überlebten das Inferno des Vulkans Pelé in seiner Eruption vom Mai 1902, ein Gefangener namens Louis-Auguste Cyparis alias Ludger Sylbaris (en wiki) durch den Schutz der dicken Gefängnismauern seiner halbunterirdischen Zelle mit kleinen vergitterten Öffnungen, allerdings mit schweren Brandwunden übersät, ein junger Schuhmacher namens Léon Compère-Léandre (en wiki) in einem Haus am Ortsrand und ein Mädchen namens Havivra Da Ifrile (en wiki), das Minuten vor der Katastrophe mit seinem Boot in einer Höhle am Strand, in der sie oft spielte, Schutz fand.